Die FDP Küsnacht entscheidet gegen den Tunnel
An ihrer Hauptversammlung, die ab diesem Jahr neu im Frühjahr stattfindet, hat sich die FDP Küsnacht am 12.3. neben den statutarischen Themen (Jahresrechnung/Budget/Wahlen) mit der Bestätigung der Vorstandsmitglieder Marc Lindt (Präsident), Trudi Erismann (Vizepräsidentin), Marcel Jaeggi (Aktuar), Tobias Häckermann (Quästor) und Marina Peter (Beisitzerin), auch den für Juni anstehenden Urnenabstimmungsvorlagen zur Tunnelvariante und der Dorfstrassenaufwertung angenommen. Auch wenn die abschliessende Abstimmungsvorlage (Abstimmung am 18. Juni) noch nicht vorliegt, fühlte sich die FDP in der Lage, das Thema basierend auf der konsequenten Mitarbeit in den vorbereitenden Gremien und den entsprechenden Informationen aus dem Gemeinderat so zu diskutieren, dass eine Parolenfindung möglich wurde: für die vorliegenden Gestaltungsvarianten Tunnel (inkl. die entsprechende Gestaltung Oberwachtstrasse) oder nur die Gestaltungsvariante Oberwachtstrasse liegen die Entscheidungsgrundlagen zum Abschätzen der Vor- und Nachteile, der Kostenfolgen sowie der Projektrisiken vor. Ein Entscheid für oder gegen die Tunnel- oder die Gestaltungslösung ist für Zentrumsentwicklung bedeutend, eine Urnenabstimmung bezieht die Bevölkerung zu einem frühen Zeitpunkt in den Entscheidungsprozess ein und schafft für die weiteren Arbeiten Planungssicherheit. Damit will man Leerläufe wie in Rapperswil mit unzähligen Jahren Planungsarbeit und einem Nullresultat verhindern.
Da die Entlastung der Oberwachtstrasse beim Mitwirkungsverfahren einen hohen Stellenwert besass und die Tunnelvariante damals mit einer ersten rudimentären Kostenschätzung nicht als völlig aussichtslos galt, war es für die FDP wichtig, nun faktenbasiert abwägen zu können. Leider hat sich die Tunnelvariante als sehr teuer, risikoreich (Kosten +/- 20%, wobei die Erfahrung auf + 20% zeigt) und verkehrstechnisch und bezüglich Einpassung ins Dorf als nicht sinnvoll herausgestellt. Das wie auch immer geartete unattraktive Portal in der Eigenstrasse mit Lärmwirkung einerseits, die zu erwartenden langjährigen Tagbauarbeiten, der notwendige Doppelkreisel andererseits, aber v.a. die horrenden Kosten von über 40 Mio CHF (zzgl. Risiko) sind für die FDP klar genügend Argumente, um dieses Projekt zur nur sehr partiellen Entlastung der Oberwachtstrasse mit Wucht bachab zu schicken. Das alte Tunnel bliebe erhalten (u.a. zwingend für den Bus) und man darf sich mit Fug und Recht die Frage stellen, ob Küsnacht eigentlich angesichts der grossen anderen Ausgabenposten das Geld nicht anders verwenden sollte – auch das Zentrum wird ggf. noch genug kosten und die bewilligten Neubauten der Heime, etc. wurden auch gerade erst beschlossen. Falls man wirklich zu viel Geld haben sollte, bleibt ja auch immer die Möglichkeit, es dem Steuerzahler zurück zu erstatten, statt es in wenig zweckmässige und teure Bauten zu investieren.
Die FDP steht voll hinter einer sinnvollen Zentrumsentwicklung, appelliert aber klar an die finanzielle Vernunft der Bürger, wenn es um solche unnötigen Nebenprojekte geht. Die Umgestaltung der Oberwachtstrasse für einen Bruchteil der Tunnelkosten bringt klar einen Mehrwert und verdient unsere Unterstützung.






